Grenzen machen Länder, Grenzen schaffen Distanzen, Grenzen bringen Krieg! Jeder Krieg der Welt wurde ums Geld geführt! Nichts freiheit, nichts demokratie, es geht ums Geld! Wenn man ein Feuer löschen will, muss man ihm den Nährboden entziehen! Also lösen wir das Problem indem wir Grenzen und Kapitalismus abschaffen!
   
 
  17. Juni 1953

17. Juni 1953

 

 

Die DDR hatte an diesem Tag bereits 4 Jahre lang existiert. Man dachte man hätte den Staat, die „Arbeiter und Bauern – Macht“ stabilisiert, dem war aber nicht ganz so.

 

Das erste was geschah, war der Tod des „großen“ Generalsekretärs der KPdSU, Stalin. Nun musste eine neue Führung gewählt werden, zu dieser Zeit wurden dann große Trauermärsche aller staatlichen Organisationen der DDR ausgeführt, was noch einmal die enge Verbindung zwischen der Sowjet Union und der DDR aufwies. Als nächstes folgte durch den Aufbau der LPGs und einem Wirtschaftstief die Normerhöhung an, welche einen entscheidenden Schritt darstellt, um die „Konterrevolutionäre“ aus ihren Löchern zu holen (spätere Behauptung der DDR). Da durch die Normerhöhung für viele Arbeiter die Gefahr der Armut bestand, ergo gingen sie auf die Straße um für ihre Rechte zu demonstrieren, aus einer kleinen Demo, welche in der Stalinallee begann, wurde schnell ein Lauffeuer, welches sich über die ganze DDR verbreitete.

Im ganzen Land begannen nun die Arbeiter ihr Werk niederzulegen, nach späteren Aussagen der DDR, waren dies nur 5%.

Ein Zeitzeuge beschreibt, wie er mit seinen Genossen auf der Straße entlang ging und plötzlich von allen Himmelsrichtungen neue Demo-Gruppen erschienen, welche sich alle ihnen anschlossen, selbst aus dem entlegensten Ort kamen die Leute um zu streiken, der Generalstreik wurde ausgerufen.

Kurz darauf erschienen auch schon die ersten BRD-Flaggen über den Köpfen der Leute.

Spätestens an diesem Punkt änderte sich langsam die zuerst recht friedliche Stimmung, in die eines radikalen Umschwungs, die Leute liefen nun durch die Straßen und vernichteten alle Propagandamittel griffen VPKA-Stellen an und besetzten sie. Es wurde zerstört, verbrannt und verprügelt. Es wurden insgesamt 46 Polizisten verletzt und von ihnen erlitten 14 schwere Verletzungen. Die Leute zogen unter anderem zum „Columbushaus“ und zum Restaurantbetrieb „Vaterland“ und steckten diese in Brand.

Die Regierung machte für diesen radikalen Umsturzversuch westlich Provokateure verantwortlich, welche zusammen mit Agenten auch Waffen nach Ost-Berlin schleusten um das „Fass zum überlaufen“ zu bringen. Es wurde steinhart behauptet, dass dieser Putschversuch der Konterrevolutionäre ein Akt der BRD gewesen war, welche zusammen mit dem CIA und dem amerikanischen Militär die DDR stürzen wollten.

 

Als es klar wurde, dass die DDR nicht in der Lage war, die Situation unter Kontrolle zu kriegen, da eigentlich der gesamte Staatsschutz ausgefallen oder besetzt war, ergriff die sowjetische Besetzungsmacht ihr Kriegsrecht und rollte ein. Nun begann der Kampf auf der offenen Straße, „Steine gegen Panzer“. Es wurde dann auch scharf geschossen, wobei einige der Demonstranten ums Leben kamen. Die Panzer fuhren auf die Menschenmengen zu und versuchten sie auseinander zu treiben, dabei geriet auch ein Mensch unter einen der Panzer.

Die Soldaten begannen zu schießen und diese Schüsse halten abends durch die menschenleeren Straßen.

 

So wurde der größte Revolutionsversuch der DDR gewaltsam niedergeschlagen, eine Sache, aus der wir unbedingt lernen müssen und versuchen müssen, gegen eine Wiederholung dieser anzukämpfen. Doch was wir passieren, wenn selbst in der BRD Soldaten „im“ Staat vertreten sind? Was wird passieren, wenn wir immer und überall überwacht werden? Was wird passieren, sobald sich die Staatsmacht, vertreten durch die Bundeswehr und Demonstranten zukünftig auf der Straße entgegenstehen? Wird die Demokratie einen solchen Kampf aushalten? Werden wir wahrscheinlich auch bald durch Notstandsgesetze eingeengt und unsere Rechte als Bürger zurückgeschraubt, dass wir keine Chance mehr haben unser Recht an Freiheit zu nutzen? Sollten wir dies zulassen, oder sollen wir uns dem mit allen Mitteln und auf allen Ebenen entgegenstellen, mit wir nicht bald von einem von Macht besessenen Menschen zum bloßen Werkzeug gemacht werden? Müssen wir nicht verhindern, dass selbst unsere kleinsten Geheimnisse durchsucht werden und rausgetragen werden? Dürfen wir zulassen, dass jeder der in diesem Staat lebt, als Verdächtiger gilt und alles was man sich über ein Medium zuspricht aufgezeichnet und gespeichert wird? Diese Fragen müssen beantwortet werden, denn sie offen zu lassen, zeugt von Unwissen und Feigheit, da man sich nicht dem stellt, was uns die Zukunft bringt!

 
 
Mein Land ist eine Insel. Aber nicht von Wasser, sondern von Haß umgeben.


Ephraim Kishon (1924-2005), isr. Schriftsteller u. Satiriker
 
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Bertolt Brecht
 
Ich betrachte mich immer noch als Marxisten. Der Marxismus lehnt den Terror … individuellen Terror und Terror kleiner Gruppen ohne Massenbasis als revolutionäre Waffe ab … Subjektiv ist anzunehmen, daß sie ihre Aktion für eine politische Aktion halten und gehalten haben. Objektiv ist das nicht der Fall. Wenn politische Aktion willentlich zum Opfer von Unschuldigen führt, dann ist das genau der Punkt, wo politische Aktion, subjektiv politische Aktion, in Verbrechen umschlägt.

Herbert Marcuse

 
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”

Martin Niemöller
 
Heute waren schon 7 Besucher (9 Hits) hier!
Diese Webseite wurde kostenlos mit Homepage-Baukasten.de erstellt. Willst du auch eine eigene Webseite?
Gratis anmelden